Das Jahr neigt sich dem Ende und überall im TV sieht man Jahresrückblicke. Zeit für mich auch mal einen aus meiner Sicht zu machen.
Die IT
Meine IT-Welt erneuerte sich mit dem Anfang des Jahres, könnte man sagen. Neue Firma, neues Netzwerk, neue Aufgaben. Alles neu halt. Konntet ihr ja schon
in meinem Blog lesen. Das Ende des Jahres hab ich nun auch nochmal mit was neuem ausklingen lassen... mit einem neuen Betriebssystem, denn mittlerweile läuft einer meiner Laptops mit
OpenSolaris und das ist gut so. ;)
Warum OpenSolaris? Natürlich um 1337 zu sein, warum denn sonst? Jeder Noob benutzt heutzutage Linux. Und Windows benutze ich ja auch nur deswegen nicht, weil es das totale Noob-OS ist.
Schlussfolgerung daraus ist also, dass man um 1337 zu sein, auf keinen Fall mehr Linux benutzen darf. Also musste ich mir was neues suchen. BSD-Derivate sind auch zu noobhaft. Plan9 ist für die
tägliche Benutzung einfach zu umständlich und wie soll ich die ganzen wichtigen Videos bei Youtube sehen, wenn ich keinen Flashplayer habe? Blieb also nur noch Solaris übrig. Nexenta baut auf 'ner
GNU-Basis auf. Da GNU-Software bei Linux (dem Noob-OS) eingesetzt wird, musste ich zum Original greifen. Da haben zwar die gewohnten Befehle plötzliche eine neue Syntax und sind im Vergleich zu ihren
GNU-Konkurrenten eher rudimentär, aber dafür sind sie total 1337.
Auch so bin ich dieses Jahr wohl so richtig toll 1337 geworden. Bin sogar so legendär, dass es im Habo schon
'nen Thread
über mich gibt.
Kurzum... ihr dürft mich gern Gott nennen. :P
Die Politik
Politik fand ich dieses Jahr ganz besonders amüsant. Besonders nett fand ich, dass deutsche Soldaten weiterhin amerikanische Terroristen unterstützen dürfen, während diese mehr oder wenig
systematisch Angst und Schrecken durch Gewaltaktionen verbreiten. Und zukünftig dürfen unsere Soldaten auch noch Piraten jagen. Da dürfen sie endlich ihre schicken Kanonen auf den Schiffen auch mal
einsetzen und müssen nicht immer auf aufgeblasene Plastiktüten schiessen. Ist doch viel spannender, wenn sich das Ziel bewegt und da echte Menschen drauf sind. Und es sieht bestimmt auch total gut
aus, wenn so ein 20mm-Geschütz ein kleines Holzboot in noch kleinere Splitter zerlegt. Wie, das ist nicht gut, dass deutsche Soldaten im Ausland kämpfen? Haben wir Deutschen doch schon immer so
gemacht... Wenn es im eigenen Land nichts zum kämpfen gab, hat man halt in anderen Ländern gekämpft.
Aber wenn wir Glück haben, dann dürfen unsere Soldaten auch bald bei uns wieder kämpfen. Man muss Herrn Schäuble nur noch ein paar gute "Argumente" liefern, mit denen er das im Bundestag durchsetzen
kann (ein paar Millionen Euro dürften eigentlich reichen) und dann dürfen unsere treuen Kämpfer in Tarnkleidung auch bald mit Panzern über Sitzblockaden in Gorleben hinweg rollen. Heidadei, das wird
ein Spass. Ich hätte auch noch das passende Kampflied dafür.
Gegen Demo und schwarzen Block
Ziehen wir im Waffenrock.
Wer dann noch bei 'ner Demo lacht,
Wird von uns einfach umgebracht.
Sehen wir Demonstranten sitzen,
Wollen wir ihr Blut verspritzen.
Wer nicht marschiert in uns'ren Reihen,
Den werden wir mit Kugeln weihen.
Auch du wirst's lernen, kleiner Wicht,
Mit Soldaten spasst man nicht.
Demonstranten, Terroristen,
Packen wir in Leichenkisten.
Weiteren Spass brachte mir dieses Jahr die Telekom. Es war besser als jede Soap, wenn man sich anschaute, was dort an "Datenpannen" und Streitereien im Vorstand an's Tageslicht traten. Dass mal
kurzerhand ein paar Millionen Kundendaten mehr oder weniger der Öffentlichkeit zugänglich waren, spielte doch dabei nur eine untergeordnete Rolle. Wer kümmert sich auch um solche Lapalien, wenn die
Telekom ihre eigenen Mitarbeiter, Gewerkschaftsmitglieder und andere subversive Elemente bespitzelt. Schauen sie hin, Herr Schäuble, da können Sie noch etwas lernen.
Und nicht zu vergessen das tolle BKA-Gesetz. Der Durchbruch des Jahrhunderts in der deutschen Gesetzgebung. Unsere Politiker haben damit endlich mal klar gezeigt, dass sie mit unserer Verfassung das
machen können, was sie wollen. Wem das nicht passt, der muss halt Politiker werden. Und es war ein Meisterstück der Politik. Während die Nachrichten mit den Umsatzzahlen der Vorweihnachtszeit
beschäftigt waren und die Deutschen eh noch durch die steigenden Benzinpreise abgelenkt wurden, hat man es heimlich still und leise nochmal geringfügig geändert, nachdem es abgelehnt wurde. Damit
konnte man es dann endlich durchsetzen und jetzt darf ganz offiziell in der Privatssphäre der Deutschen rumgeschnüffelt werden. Dass man den Bürger bei solchen Eingriffen in sein Leben nicht fragt,
versteht sich ja von selbst. Sollen sie doch Politiker werden, wenn es ihnen nicht passt. Dann werden sie wenigstens dafür bezahlt, dass es ihnen nicht passt und sie es trotzdem durchgehen lassen.
Klar, muss erstmal ein Terror-Verdacht vorliegen um bespitzeln zu können und ein Richter muss das bestätigen, aber schliesslich kann man Bomben ja auch mit handelsüblichen Haushalts-Chemikalien
herstellen und nun soll der dumme Richter mal beweisen, dass Frau Müller aus Hinterkleckersdorf ihre Putzmittel wirklich zum Putzen benutzt und nicht zum Bomben bauen. Da muss man schon etwas genauer
observieren und das darf der Richter natürlich zum Wohle der Sicherheit unseres geliebten Landes nicht verbieten.
Die Querelen in unserer Regierung zwischen CDU und SPD könnte man fast schon mit denen im Vorstand der Telekom vergleichen, allerdings ging es im Bundestag etwas spannender zu. Man hätte fast meinen
können, dass Politiker regelrecht nach Rücktrittsgründen gesucht haben um endlich von ihrer wohlverdienten Pension leben zu können. Aber natürlich war dem nicht so. Man wollte ja nur in andere Ämter
wechseln. Schliesslich brauchen auch Politiker mal etwas Abwechslung bei ihrem Job. Die ständige Uneinigkeit war auch recht nett anzusehen. Erinnerte irgendwie an den Suppenkaspar, wobei scheinbar
der ganze Bundestag voll solcher ist. Machte die CDU einen Vorschlag, kam die SPD mit "Nein, diese Suppe ess ich nicht" und umgekehrt war es genauso der Fall. Bleibt nur zu hoffen, dass die Deutschen
dieses Schauspiel auch weiterhin geniessen wollen und auch bei der nächsten Wahl wieder eine 2-Parteien-Regierung erzwingen. Dann bekommen wir noch viele weitere Folgen von "Der Bundeskaspar" zu
sehen.
Und zu guter Letzt natürlich das Top-Thema... die Wirtschaftskrise. Ein Glanzstück politischer Schauspielerei. Man hätte es den Politikern fast abgekauft, dass diese total überraschend kam. Leider
nur fast, denn die Vorbereitung dieses Dramas war sehr dilettantisch. Wer die amerikanischen Medien etwas verfolgt hat, konnte schon vorher absehen, dass die dortige Krise bei den kleinen Banken auch
bald die größeren erwischen würde.
Aber wir Deutschen sind ja brav und zahlen erstmal ein paar Milliarden, damit unsere Firmen diese Krise überleben. Wäre doch gelacht, wenn wir dem Ami nicht ein Schnippchen schlagen könnten.
Natürlich geben wir das Geld aber nur den großen Firmen, die dann nächstes Jahr ihre Produktion nach Asien verlegen, während die kleinen Firmen die Wirtschaftskrise nicht überstehen, aber immerhin...
wir haben unseren guten Willen gezeigt und etwas Kollateralschaden gibt es in jedem Krieg, also auch im "Krieg der Wirtschaft".
Ausserdem braucht der Deutsche ja was, worüber er sich aufregen kann, nachdem die Ölpreise mittlerweile nicht mehr so stark steigen.
Ich schaue mit Vorfreude auf das nächste Jahr. Mal schauen was wir dann an schauspielerischen Meisterleistungen in der Politik zu sehen bekommen.
Das Leben
Das Leben hielt dieses Jahr viele philosophische Fragen bereit. Darunter waren so weltbewegende wie die folgenden.
* Warum eigentlich nicht?
* Und warum überhaupt?
* "Wieso bunt" oder doch eher "Wie, so bunt"?
* Was ist das?
Aber auch ganz allgemeine Sachen wie:
* Warum heisst die Schokolade nicht Kakaolade?
* Warum ist mein Cappuccino ständig alle?
* Wohin verschwinden ständig meine Socken? (Die Lösung hab ich dann bei "South Park" gefunden.)
Für die meisten habe ich passende Antworten gefunden wie:
* Mir doch egal.
* Leck mich am Arsch.
* Er war's.
Aber manche warten noch heute auf eine passende Antwort.
Die Höhepunkte
Die gab es nicht. Also ich hatte welche, aber es gab keine. Nichtmal einer von denen, die ich hatte. Die, die ich hatte, gehören hier aber nicht her. Lesen schliesslich ja auch Minderjährige
hier mit. ;)
Der Ausblick auf's nächste Jahr
Ich hab es leider immernoch nicht geschafft mich in einer Geschwindigkeit zu bewegen, die mir einen Blick in das nächste Jahr ermöglichen könnte, aber ich will es zumindest mit einer Prognose
versuchen.
Das nächste Jahr wird politisch gesehen mit Sicherheit noch viel lustiger als dieses. Da wird sich dann zeigen wie die Politiker mit den Folgen ihres genialen Wirtschaftsdramas umgehen werden.
Solange wir unsere beiden Suppenkaspar-Parteien im Bundestag haben, dürfen wir uns auch weiterhin daran erfreuen, wie sie sich gegenseitig zum Hans machen.
Dass ich noch mehr 1337 werde, versteht sich ja von selbst. Ich kann da ja nichts für. Es passiert einfach. Ich warte ja immernoch auf das Bitmunchertum als Religion, wobei ich die nächstes Jahr
vermutlich eh gründen werde. So 1337 wie ich bin, sollte es mir nicht schwer fallen ein paar Leute zu finden, die mich anhimmeln.
Und wer noch ein persönliches Horoskop will... hier kommt es:
Es wird dir gut gehen, oder auch nicht. Du wirst Spass haben, oder auch nicht. Du wirst einen Unfall haben oder auch nicht. Und vielleicht wirst du sogar sterben, oder halt auch nicht. Lebe also so,
wie du es für richtig hälst und erfreue dich an der Unsinnigkeit der menschlichen Welt.
PS: Wer die Ironie in diesem Beitrag nicht verstanden hat, sollte nun vorsichtshalber seinen Rechner vom Internet trennen und ein paar Jahre über das Leben nachdenken.